Margot Friedländer ist tot.

Foto von Margot Friedländer, veröffentlich von Martin Kraft unter der freien Lizenz CC BY-SA 4.0

Dieses Bild wurde von Martin Kraft unter der freien Lizenz CC BY-SA 4.0 veröffentlicht.

Margot Friedländer wurde 1921 als deutsche Jüdin in Berlin geboren.
Die Fluchtpläne 1943 konnten nach der Verhaftung ihres Bruders durch die Gestapo nicht realisiert werden. Die Mutter wollte ihn nicht allein lassen und stellte sich. Beide wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Der Tochter hinterließ sie eine Botschaft, die zum Lebensmotto von Margot Friedländer wurde:
„Versuche, dein Leben zu machen“.
Die 21-Jährige tauchte unter, wurde 1944 aufgegriffen und nach Theresienstadt deportiert. Als einziges Familienmitglied überlebte sie. 1946 ging sie gemeinsam mit ihrem Mann in die USA. 2010 kehrte Margot Friedländer wieder zurück.

Am 9. Mai 2025 verstarb Margot Friedländer, 80 Jahre nach der Befreiung Deutschlands von der NS-Herrschaft, in ihrer Heimatstadt Berlin im ihrem 104. Lebensjahr.

Margot Friedländer wurde vielfach für ihr Engagement ausgezeichnet. Es war ihre Lebensaufgabe, aufzuklären und mitzuwirken, dass sich so etwas wie das von ihr Erlebte nie wiederholen darf. Sie war eine Mahnerin im Geist der Versöhnung.

Ihr größter Wunsch für die Zukunft war immer, dass die jungen Menschen, mit denen sie in Schulen und bei Veranstaltungen diskutiert hat, ihre Mission weitertragen:
"Seid Menschen, respektiert Menschen. Es gibt kein jüdisches, kein christliches und kein muslimisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut."

Der Tod von Margot Friedländer ist ein echter Verlust für Deutschland.