Ortsverein Augustdorf

Daten zum Verein 
Vorsitzende(r):n.n.
 
 
Kontakt 
Telefon:
E-Mail:
05237 1248

 
Stellvertr. Vorsitzende(r):Heidrun Kerger
Schriftführer(in):Angelika Böger-Mai
Kassierer(in):Horst Lengeling
  
Gründungsdatum:13.04.1972
Anzahl Mitglieder:97 (Stand: 01/2026)
  
Räumlichkeiten:Bürgerzentrum im Rathaus
Pivitsheider Straße 16
32832 Augustdorf
Tel.: 05237 97 10-0

Tätig in folgenden Bereichen

Nach dem Motto: "Gemeinsam statt einsam" gibt es bei uns Seniorenbetreuung und Seniorenveranstaltungen.

Regelmäßige Angebote

Alle 14 Tage montags von 14:30 bis 16:30:
Seniorentreff im Bürgerzentrum oder im Erich-Kästner-Bildungszentrum mit Kaffeetrinken und Programm.

Am 3. Advent um 14:30 Uhr im Bürgerzentrum:
Weihnachtsfeier für die Seniorinnen und Senioren der Gemeinde.
Anmeldung erforderlich, siehe Kontakte.

Weitere Veranstaltungen:
Mehrere Nachmittagsausflüge in die Umgebung zu bekannten Einrichtungen sowie Besuche von Theatervorstellungen.
Es gibt ein Halbjahresprogramm. Dieses finden Sie unten, können es beim Ortsverein anfordern oder den aktuellen Ausgaben "Der Augustdorfer" entnehmen.

Impressionen aus dem Vereinsleben

Der Ortsverein der AWO Augustdorf sucht jemanden für den 1. Vorsitz

Seit der Jahreshauptversammlung am 23. März ist der 1. Vorsitz der AWO Augustdorf nicht mehr besetzt.
Heidi Kerger übernimmt als Stellvertretende Vorsitzende gemeinsam mit dem Vorstand die Vereinsgeschäfte. 
Das abwechslungsreiche  Programm des 1. Halbjahres 2026 läuft, und auch das 2. Halbjahr ist schon in Planung.
Denn neben dem Vorstand hat die AWO ein aktives Team.
Aber auch im Sinne des Vereinsrechts wollen wir wieder vollständig werden!

AWO Augustdorf auf den Spuren der Vergangenheit – Besuch im Landesarchiv

Das Jubiläum „250 Jahre Augustdorf" hat einige Seniorinnen und Senioren dazu gebracht, Fragen zur lokalen Vergangenheit zu stellen. Zum Beispiel: Wie kam es eigentlich zur Partnerschaft zwischen Augustdorf und der Stadt Wanzleben? 
Der ehemalige Bürgermeister Peter Hufendiek und Klaus Mai stellten beim Seniorentreff der AWO die Zusammenhänge zwischen Haustenbeck, Blumenberg/Wanzleben und Augustdorf dar. Und vor allem, welche entscheidende Rolle dabei der Truppenübungsplatz Senne hatte. 

Drei Wochen später fuhr die AWO nach Detmold. Denn immer, wenn man etwas Genaueres aus der Vergangenheit wissen möchte, kann man sich an das Landesarchiv wenden. Für unsere Region ist das Landesarchiv in Detmold zuständig. Seine Arbeit ist für die AWO so interessant, dass sie sich bei Dr. Hirsch zu einem Informationsbesuch dort angemeldet hatte. 50 Seniorinnen und Senioren saßen gespannt im Gästeraum und ließen sich Aufgaben und Arbeit dieser Einrichtung erklären. Alles, was irgendwie von Bedeutung ist, wird hier archiviert. Geburten, Trauungen und Sterbefälle sowieso. Das heißt: von allem, was irgendwo in OWL passiert. Es ist zu erwarten, dass man auf der Suche nach einem Beleg für eine Veranstaltung hier fündig wird. Denn von allem wird eine Kopie angefertigt, und die wird hier „abgeheftet". 

Irgendwann fiel das Stichwort: „Standesamt". Das war eine Anregung zu Beiträgen aus dem Publikum. Dieses Wort ließ bei vielen der Seniorinnen und Senioren Erinnerungen wach werden an den ehemaligen Standesbeamten der Gemeinde Augustdorf. Wenn heute viel von Teilzeit-Arbeitsplätzen die Rede ist, dann trifft das auf diesen Herrn und seine Aufgabe damals voll zu. Denn er konnte seine standesamtlichen Dienste erst nach der Arbeit auf dem Felde verrichten, also nach 19:00 Uhr. Das Dienstzimmer des „alten Lüersen" war sein privates Wohnzimmer. Im Rathaus war damals noch kein Platz dafür. Hier fanden also die Trauungen statt. Und mancher konnte berichten, dass Herr Lüersen es richtig feierlich machte in seinem bäuerlichen Wohnzimmer im Obergeschoss des alten Hauses. Kerzen und Blumen auf dem Tisch, an den er die Brautpaare gebeten hatte, waren obligatorisch. 

Heidi Kerger, geborene Lucka, war lange auf dem Standesamt in Augustdorf tätig. Sie konnte von einem weit zurückliegenden Ereignis berichten, das die Funktion und Zusammenarbeit von Landesarchiv und lokalen Archiven bestätigt. 
Ende des Krieges waren bei Überfällen von ehemaligen Kriegsgefangenen aus der Augustdorfer Kaserne Brände im Ort entstanden. Bei einem dieser Brände sind zahlreiche standesamtliche Dokumente aus dem Archiv des alten Lüersen zerstört worden. Duplikate davon waren aber vom Standesbeamten gewissenhaft ins Archiv nach Detmold gebracht worden. Dort wird das Personenstandsregister geführt. In penibler Feinarbeit wurden nun alle zerstörten Akten kopiert. Die Vorlage aus dem Landesarchiv wanderte danach in das Augustdorfer Standesamt, sie wurde jetzt zum Original erklärt. Immerhin war sie ursprünglich vom hiesigen Standesamt erstellt worden. Die 2. Kopie verblieb als dritte Ausfertigung im Landesarchiv. 
Heidi Kerger und Dr. Hirsch konnten in dem Zusammenhang auf das Funktionieren und die Sinnhaftigkeit der gescholtenen Bürokratie hinweisen. 

Dass die Senne-Gemeinde Augustdorf als Schankwirtschaft im Jahre 1775 ihren Anfang nahm, lernt jedes Kind in Augustdorfer Schulen. Dass es damals eine Urkunde und Genehmigung vom Lippischen Grafen geben musste, erfährt man auch noch. Aber den Beweis dafür, dass es tatsächlich so gewesen ist, bewies uns Dr.Hirsch an der Original-Gründungsurkunde, einem Pergament vom damaligen Grafen, das genauso alt ist wie der Ort selbst. 
„Jetzt wissen wir es genau", sagte eine der Seniorinnen. Respektvoll blickte sie auf die Urkunde mit dem großen Siegel, in dem extra dafür angefertigten Kästchen. Dabei handelte es sich um das Pergament, das dem ersten Siedler Struss ausgehändigt worden war. In alten Geschichten wird berichtet, dass der Struss nicht gerade fleißig gewesen sein soll. Pflichtaufgaben wie Hausbau und Kultivierung der Heidelandschaft wurden sehr von ihm vernachlässigt. 
Ungefähr 40 Jahre später soll eine seiner Nachkomminnen die Urkunde im Nachlass gefunden haben. Und die hat sie gewissenhaft nach Detmold gebracht. Auf welchem Wege sie in das Archiv gelangt ist, weiß man nicht. Aber es ist gut so, dass sie da ist. Der Vermerk über diese gräfliche Erlaubnis ist auch im Archiv, sieht aber längst nicht so spektakulär aus.

Dr. Hirsch hat für seine AWO-Gäste aus Augustdorf noch weitere alte Schätze bereitgelegt, zum Beispiel Protokolle von Sitzungen des Rates. So erfährt man: Am 14. Oktober 1947 wurde ein Antrag von Martin Exter zur Eröffnung eines Geschäftes behandelt. Viele von uns haben vor Jahren bei ihm getankt oder bei seiner Frau Gisela Porzellan gekauft. 
Und von der SPD gab es ein Werbeplakat für ein Kinderfest auf dem Schlingsbruch vor circa 50 Jahren. Das ganz Besondere an der Situation war, dass die AWO-Freundin Elsbeth Heidtmann, eine der Besucherinnen im Archiv, dieses Plakat damals mitgestaltet hatte. Und Elsbeth standen vor Begeisterung die Tränen in den Augen. 
Bei der Betrachtung der Schriftstücke gab es eine allgemeine Bewunderung der Handschriften. Die Buchstaben folgten einander in einer Gleichmäßigkeit, wie sie eigentlich nur durch Technik ermöglicht werden könnte. Aber die stand den Angestellten der Gemeindeverwaltung Augustdorf damals nicht zur Verfügung, noch nicht. Damals gab es tatsächlich noch das Unterrichtsfach: Schönschreiben. 
Die AWO des Bezirkes verfügte am 13.7. 1946 über eine Schreibmaschine. Sehr sorgfältig wird von Frieda Nadig aufgezeigt, wie man in der desolaten Situation so kurz nach dem Krieg mit Nähstuben und Jugendhilfe sinnvolle Unterstützung leisten kann. 

Den Abschluss des Ausfluges in Detmold bildete ein Kaffeetrinken im fast neuen „Café Leopold“ in der Exterstraße. Zufrieden und müde gelangten die Ausflügler im Kleine–Bus ins heimatliche Augustdorf. 

Klaus Mai