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Die Geschichte der AWO in Lippe

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Die Geschichte der AWO in Lippe

100 Jahre AWO - in Deutschland und im Kreis Lippe

Als am 13.Dezember 1919, also vor mehr als 100 Jahren, die AWO gegründet wurde, war die Lebenssituation vieler Menschen in Deutschland äußerst problematisch. Wenige Monate nach Beendigung des 1. Weltkrieges war Armut an der Tagesordnung und ein großer Teil der Menschen in Deutschland hatte keine Arbeit und damit kein Einkommen. Die Gründung der AWO war also kein Zufall, sondern sozusagen der Not der Menschen und dem Gebot „Hilfe zur Selbsthilfe“ geschuldet. 

Anpacken statt jammern und nicht das Warten auf Almosen bewegte die Menschen. Hilfe zur Selbsthilfe wurde organisiert und das Vorhandene solidarisch geteilt. Zur damaligen Zeit gab es keine ausreichenden Sicherungssysteme und schon gar nicht einen Rechtsanspruch auf Hilfe. Aber nicht nur die Organisation des Nötigsten lag im Mittelpunkt des Schaffens der AWO, sondern auch schon in den ersten Jahren die Förderung von Modelleinrichtungen, die politische Lobbyarbeit und die politische Bildung. 

In ganz Deutschland gründeten sich Keimzellen der AWO. 1923 wurde die AWO Ostwestfalen bereits in der Zeitung „Volkswacht“ erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt waren auch im Kreis Lippe bereits die ersten AWO Helferinnen und Helfer bei der Arbeit. In Schötmar wurde im Jahr 1922 der erste AWO Ortsausschuss im Kreis Lippe gegründet. Zunächst wurde hier Hilfe für Bedürftige organisiert. Dabei standen Hilfeleistungen für alle Mitglieder hilfebedürftiger Familien im Vordergrund. Zunächst traf man sich in der Schule am Kirchplatz, in der heute die Grundschule untergebracht ist.

1925 fand ein Pfingsttreffen der Fürsorgerinnen in Pivitsheide statt. Dort sprach Marie Juchacz, die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt, über aktuelle Fragen der Wohlfahrtspflege und der Arbeit der Fürsorgerinnen. Sie berichtete auch über die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt und über die Entwicklung des Verbandes. An diesem Treffen hat auch Luise Fichtner teilgenommen, die anschließend aus Begeisterung über die Aufgaben der AWO zusammen mit anderen im Jahr 1926 den AWO Ortsausschuss Lage gründete. Damit gab es im heutigen Kreis Lippe bereits 2 Ortsausschüsse der Arbeiterwohlfahrt.

Der Ortsausschuss Schötmar gründete eine Nähstube und organisierte bereits in den ersten Jahren Freizeiten für bedürftige Kinder. 1923 schon richtete die AWO Schötmar Veranstaltungen für Senioren aus. Wie kreativ die AWO in Schötmar war, belegen Zeitungsausschnitte aus dieser Zeit. So führte die AWO eine Aktion „Jedem Kind ein Osterei“ durch, bei der Kinder bis zum 10. Lebensjahr, werdende und stillende Mütter und schwer Kriegsbeschädigte Eier als Lebensmittel erhielten. Insgesamt 1.100 Eier wurden gespendet und an Kinder und Bedürftige weitergegeben. 1928 schlägt die AWO in Schötmar vor, einen Fürsorgeausschuss zu gründen. Dies belegt das Wirken der AWO auch im politischen Raum. 1929 wird zusammen mit anderen Organisationen die Idee zum Bau einer frei nutzbaren Veranstaltungshalle erarbeitet. Diese Festhalle wurde durch ein gemeinsames Engagement, vereintes Handeln und mit Geld aus dem Verkauf von symbolischen Ziegelsteinen gebaut. Diese Festhalle wird auch heute noch von der AWO genutzt. 

Der Ortsausschuss Lage gründete 1932 eine Nähstube im alten Naturfreundehaus. Im Dezember 1932 wurde eine große Veranstaltung in der „Reichskrone“ in Lage durchgeführt. Schon damals wurde ein reichhaltiges Programm mit Tombola geboten. Die Erlöse aus der Tombola wurden für die Weihnachtsfeier für Bedürftige eingesetzt. 

Am 18. Mai 1933 wurde all das gewaltsam zerschlagen und das Wirken der AWO für 12 lange Jahre gestoppt. Die Nationalsozialisten verboten die Arbeit vieler Organisationen und auch der AWO. Auch in Ostwestfalen und im Kreis Lippe wurde Funktionäre der AWO verfolgt und einige mussten fliehen. 

Aber bereits am 8. Mai 1945 meldete sich die AWO wieder zu Wort. Die Helferinnen und Helfer der AWO engagierten sich sofort wieder vor Ort und halfen, wo es nötig war. Erst einige Monate später fand man Zeit, auch die Organisation der AWO neu zu gründen und der sozialen Arbeit der AWO damit wieder ein Gerüst zu geben. 1946 wurden die ersten AWO Ortsvereine und auch der AWO Bezirksverband neu gegründet. Auch im Kreis Lippe waren die AWO Ortsvereine Schötmar und Lage sofort wieder mit dabei. Die Menschen hatten alle Hände voll zu tun. Deutschland lag in Trümmern und Armut und Verzweiflung war an der Tagesordnung. So musste tatkräftig angepackt werden. Aufgaben gab es genug: Lebensmittelspenden mussten organisiert und verteilt werden, Kleidung wurde genäht, gehäkelt und gestrickt, Kinder mussten versorgt werden und ab und zu gab es auch etwas zu feiern. Auch das war wichtig, weil neben den Grundbedürfnissen der Mensch auch von sozialen Kontakten und der Freude am Leben lebt. Auch hier hatte die AWO etwas zu bieten: große und kleine Feiern und damit große und kleine Freuden wurden organisiert. 

Seit Anfang der 50er Jahre finden sich viele Hinweise auf AWO Aktivitäten im Kreis Lippe. Die Anzahl der AWO Ortsausschüsse stieg stetig und damit auch die Anzahl der Mitglieder. Und auch die ersten 

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wurden für die AWO tätig. Als eine der ersten hauptamtlich Aktiven war Elfriede Eilers, nach der heute das „Elfriede-Eilers-Zentrum“ des AWO Bezirksverbandes an der Detmolder Straße in Bielefeld benannt ist, hauptamtlich im Kreis Lippe und insbesondere in Lage aktiv. Noch heute steht das Haus in Lage, indem das erste Büro von Elfriede Eilers untergebracht war. Sie organisierte zusammen mit den Ehrenamtlichen des Ortsausschusses Lage unter anderem Haussammlungen und Aktionen zur Verteilung von Milchpulver und anderen Lebensmitteln.

Die AWO in Ostwestfalen wuchs schnell und konnte bereits 1949 die Trägerschaft sozialer Einrichtungen wie der Erziehungsberatungsstelle in Bielefeld, 1951 die Trägerschaft des Hauses Rosenhöhe und 1956 des ersten AWO Kindergartens in Vilsendorf übernehmen. Bereits 1965 hatte die AWO in OWL 5.000 Mitglieder in 146 Ortsvereinen. Und auch bereits 190 Beschäftigte arbeiteten für die AWO. In den 70er und 80er Jahren wuchs die Anzahl der Mitglieder und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rasant an. 1990 hatte die AWO in Ostwestfalen-Lippe bereits 21.000 Mitglieder in 150 Ortsvereinen. Alle Kreise in OWL verfügten auch bereits über eigene Kreisverbände und die AWO Arbeit vor Ort wuchs stetig an. 

Heute sind in Ostwestfalen-Lippe ca. 10.500 Mitglieder in 135 Ortsvereinen organisiert. Ca. 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in 350 Einrichtungen und Diensten allein hier in Ostwestfalen-Lippe; im Kreis Lippe zurzeit ca. 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich in fast 80 Einrichtungen und Diensten.

Auch wenn sich in den vergangenen 100 Jahren vieles für die Menschen und damit für die AWO geändert hat, so können wir mit Recht bei der Geschichte der AWO von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Nun kommt es darauf an, die AWO für die nächsten 100 Jahre zu rüsten und dafür zu sorgen, dass die AWO als Wohlfahrtsverband ihre Aufgaben meistert und für die Sorgen und Nöte der Menschen tatkräftig zur Verfügung steht. 

Das ist eine Herausforderung, die wir annehmen, für die wir gemeinsam arbeiten und auf die wir uns gemeinsam freuen!

 

 

 

 

AWO Kreisverband Lippe e.V.
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Telefax (0 52 31) 97 81 - 50
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Letzte Änderung: 14.04.2020